Ohne Blut kein Job

Solche Schlagzeilen und ähnliche finden sich immer öfter in den Tageszeitungen. Und tatsächlich, was früher nur in Science-Fiction Filmen wie „Gattaca“ vorkam, scheint heute mehr und mehr zur Regel zu werden. Selbst bei befristeten Arbeitsverträgen für einen Schreibtischjob werden von den Bewerbern Blutproben verlangt. Tatsächlich gibt es aus arbeitsrechtlicher Sicht keine Bedenken gegen eine solche Gesundheitsprüfung. So stehen weder gerichtliche Entscheidungen noch einschlägige Vorschriften einer solchen Praxis entgegen. Zum einen besteht zum Zeitpunkt der Prüfung noch kein Arbeitsverhältnis zum anderen kann sich der Arbeitgeber darauf berufen ein berechtigtes Interesse daran zu haben, dass der Arbeitnehmer seine vertraglich geschuldete Arbeitsleistung auch erbringen kann. Bedenken gibt es aber dahin, ob die Grundsätze eines ordnungsgemäßen Datenschutzes immer gegeben sind. So dürfen in keinem Fall Einzelheiten des Bluttestes an die Personalabteilung gegeben werden. Diese unterliegen immer der Schweigepflicht des Arztes. Nur die Mitteilung der gesundheitlichen Eignung oder Nichteignung dürfen an das Unternehmen weitergeleitet werden.

Schließlich gewährt ein Bluttest besondere Einblicke in die Gesundheit des Bewerbers. Er gibt Aufschluss über den Cholesterin-Spiegel, seine Leberwerte. Oder auch ob eine Diabetes-Erkrankung oder eine HIV-Infektion besteht. Daher muss sich ein Arbeitgeber zu Recht fragen lassen, warum ein Bluttest überhaupt verlangt wird. So sind Bluttests, wie auch Fragen nach dem Gesundheitszustand nur zulässig, sofern sie den konkreten Arbeitsplatz betreffen. Entscheidend ist dabei, laut Bundesdatenschutzgesetz, ob die durch den Test ermittelten Daten wirklich erforderlich sind. Und dies ist immer der Fall, wenn ein zukünftiger Arbeitgeber nur so herausfinden kann, ob der Bewerber wirklich den Anforderungen der Stelle gewachsen ist.