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GDL Wem nützt sie? Wem schadet sie?

Posted by Andreas on 24. Februar 2011 in Allgemein, Arbeitsrecht |

In regelmäßigen Abständen macht eine kleine Gewerkschaft als „Nervensäge der Nation“ (Zitat aus einem Interview des NDR) von sich reden. Ich spreche von der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer). Wirklich spektakulär sind dabei die Auswirkungen ihrer Aktionen. Als Berufs-Pendler und begeisterter Bahnfahrer bin ich direkt davon betroffen und natürlich auch entsprechend verärgert. Sollte dieser Blogbeitrag deshalb also über die Gebühr parteilich ausfallen, entschuldige ich mich schon einmal im Vorwege dafür.

Hauptstreitpunkt, aus Sicht der GDL, ist die Einführung eines branchenweiten Entgelttarifvertrages. Dieser soll die DB als auch die privaten Anbieter von Schienenverkehr umfassen. Die privaten Anbieter sind dagegen der Ansicht, daß sie separat, ohne die Deutsche Bahn AG, verhandeln müssen. De facto geht es natürlich um mehr Geld für die Lokführer.

Die DB hat in Deutschland einen Marktanteil von 80 Prozent am Schienenverkehr. Die restlichen 20 Prozent werden von den privaten Verkehrsunternehmen (sechs an der Zahl) abgedeckt. In gemeinsamen Verhandlungen mit der DB hätten die privaten „Eisenbahnen“ es also ungleich schwerer ihre Interessen zu vertreten. Anders sieht es aus wenn die privaten Bahnen als ein Partner mit der GDL verhandeln könnten. Das würde sicherlich auch den Interessen der Arbeitnehmer entgegenkommen. Aber nein, die GDL möchte mit ALLEN an einem Tisch verhandeln. Mit dieser Blockadehaltung hat sie bisher nur erreicht, daß sie mit jedem einzelnen Unternehmen separat verhandeln mußte. Wirklich schlau!

Die DB war früher mal ein Monopolist mit entsprechend gewachsenen Gehaltsstrukturen. Diese mögen ihre Berechtigung in der gewichtigen Funktion der DB gehabt haben. Heute ist das alles überholt. Trotzdem sind die privaten Verkehrsunternehmen durchaus bereit sich dem Gehaltsniveau der DB anzunähern. Das Monatsfestgehalt soll zu 100 Prozent dem der DB-Angestellten angepaßt werden. Die Zuschläge für Sonn- Feiertags- und Nachtarbeit sollen sich dagegen an den regionalen Verhältnissen orientieren. Für mich hört sich das nach einem guten Kompromiss an. Schließlich macht es einen Unterschied ob ein Lokführer im Fern- und Güterverkehr unterwegs ist, oder täglich eine feste Strecke fährt und nach getaner Arbeit dann wieder zuhause ist. Doch auch hier stellt sich die GDL taub. Schade!

Und was ist nun mit der Streikstrategie der GDL geht sie auf? Ich würde sagen nein. Die direkt Betroffenen der Streiks sind zumeist Berufspendler. Die haben ein Monats- oder Jahresticket. Ein direkter finanzieller Verlust entsteht den Bahnen also nicht. Stattdessen sind die Leute nur genervt. Ich habe jedenfalls aus keinem Gespräch wirkliches Verständnis für die GDL heraushören können. Im besten Fall lachen die Leute über die „blöden“ Gewerkschaftler. Im schlimmsten Fall ist man nur noch wütend.

Deshalb liebe GDL: Seid doch mal schlau. Statt nur dumm zu streiken, denkt euch doch mal etwas Kreatives aus. Sucht das Gespräch mit den Bahnnutzern und verteilt z.B Rosen auf den Bahnsteigen. Damit könnt ihr bestimmt eher die Herzen der Menschen erreichen.

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