Und immer schön artig sein
Die Causa Guttenberg kann ja nun langsam beiseite gelegt werden. Ich jedenfalls habe keine Lust dazu noch etwas zu schreiben. Denn geschummelt wird schließlich nicht nur bei Doktorarbeiten. Auch Lebensläufe frisieren oder sich selber Zeugnisse schreiben ist verbreitet. Bei einer Umfrage des Karriereportals Monster gaben 10 Prozent der Befragten an, daß sie bei Ihren Qualifikationen zu dick aufgetragen haben. 5 Prozent haben sich selber sogar Praktika erfunden.
Dies mag ja kurzfristig helfen die Traumstelle zu kriegen. Langfristig ist aber die Gefahr erwischt zu werden extrem hoch. Kollegen sprechen untereinander, man kennt sich von anderen Firmen und dann ist da auch das Internet und das vergißt nie etwas. Meist verheddern sich die Missetäter aber in ihrem eigenen Lügengespinst. Gestern Auslandspraktika in Irland heute Abendschule in Buxtehude besucht. Ja was denn nun?
Noch schlimmer kommt es wenn jemand sich sein Zeugnis selber schreibt. Mal davon abgesehen, daß das Schreiben von Zeugnissen handwerklich gekonnt sein will, lassen sich die meisten Fälscher daran erkennen, daß sich ihr Schreibstil durch ihre gesamte Bewerbung zieht. Es mag dem Schreiber selber nicht auffallen, einem unvoreingenommenen Leser aber schon.
Drum bleiben Sie lieber bei der Wahrheit. Ihr Verhältnis zum Arbeitgeber sollte auf Vertrauen basieren, denn Lügen in der Bewerbung sind eindeutig spätere Kündigungsgründe.
Unabhängig davon sollen und wollen Sie natürlich im besten Licht darstehen. Doch hier helfen Ihnen eine geschickte Selbstdarstellung und eine gekonnte Rhetorik weitaus mehr. Unangenehme Lücken im Lebenslauf lassen sich besser kaschieren wenn man volle Monate bei den Datumsangab en angibt. Ganz große Lücken sollten Sie mit positiv besetzten Begriffen füllen. Verweisen Sie auch auf Ihr soziales Engagement und machen Sie klar, daß Ihre Lebenserfahrung einen echten Gewinn für das Unternehmen darstellt.
100 Gramm oder Shakespeare schrieb auch nicht auf Fetzen
Bin ich etwas widersprüchlich? War ich nicht der, welcher vom Sinn, oder besser Unsinn, aufwendiger Bewerberfotos schrieb? Und nun möchte ich eine Lanze für hochwertiges Druckerpapier brechen?
Macht das Sinn? Ja das macht Sinn, denn während ein Foto in erster Linie dazu dient einen ersten Eindruck von Ihnen zu bekommen, wird das Bewerberschreiben direkt in die Hand genommen. Der Personalsachbearbeiter spürt also ganz haptisch ob es Ihnen mit der Bewerbung ernstgemeint ist. Hinzukommt, daß auf hochwertigem Papier Schrift einfach satter und kräftiger rüberkommt.
Welches Papier sollte es denn nun aber sein? Nun, die Marke ist nicht so wichtig. Das Gramm-Gewicht ist entscheidend. 100 Gramm sind da ein guter Richtwert, da 80 Gramm sich als Standard durchgesetzt haben und man ja positiv auffallen möchten (Obwohl ich mal eine Abteilungsleiterin hatte die immer das 60 Gramm Papier bestellte, aber das ist eine andere Geschichte).




